„Eine Forschungsmilliarde ist ein starkes Bekenntnis der Regierung in Forschung und Entwicklung zu investieren und den Standort Österreich nachhaltig zu stärken“, so Lothar Roitner, Geschäftsführer des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI), zur heute von BM Jörg Leichtfried präsentierten Ministerratsvorlage. „Wir begrüßen besonders die Aufstockung der Mittel für das Spitzenforschungsinstitut Silicon Austria zur Förderung der Mikro- und Nanotechnologien. Jedoch muss die Förderung langfristig und mit eigenen Mitteln gestaltet werden, um den gewünschten Effekt eines internationalen Players zu erzielen.“
Die Mikro- und Nanoelektronik als Teil der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sind die technologische Voraussetzung für Megatrends wie etwa autonomes Fahren, Internet of Things, intelligente Infrastrukturen und Industrie 4.0. „Die Elektronik ist in Österreich traditionell gut entwickelt und aufgestellt. Aber um diese Position zu halten und auszubauen, bedarf es einer Spitzeneinrichtung wie Silicon Austria, in dem Schwerpunkte gesetzt und Synergien genutzt werden“, ist Roitner überzeugt. „Der Aufbau von Silicon Austria zu einem international anerkannten Forschungsinstitut muss langfristig und mit frischem Geld passieren.“
EEI: Forschungsquote von bis zu 25 Prozent
Die Elektro- und Elektronikindustrie zählt seit jeher zu den innovativsten Wirtschaftsbranchen. Laut vergangener Vollerhebung durch die Statistik Austria hat die Elektro- und Elektronikindustrie knapp eine Milliarde Euro in F&E investiert und ist damit die forschungsintensivste Branche Österreichs. In der Mikro- und Nanoelektronik beträgt die F&E-Quote 13 Prozent, in Teilsegmenten der so genannten „Electronic Based Systems“ sogar bis zu 25 Prozent.
IKT-Forschung mit enormer Hebelwirkung
Die Wertschöpfungsketten zeigen, dass öffentliche Gelder, die in Forschung an Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) fließen, gut investiert sind: Wird ein Forschungsmitarbeiter gefördert, stellen innovative Unternehmen diesem im Durchschnitt vier weitere Mitarbeiter als Team zur Seite. An der Umsetzung der Ergebnisse in Hightech-Produkte sind weitere zehn Personen beschäftigt. In der gesamten Wertschöpfungskette entstehen in Folge rund 500 Arbeitsplätze europaweit. In allen IKT-nahen Bereichen – Energietechnologie, Elektromobilität, Automotive, Smart Home, LED, Verkehrstelematik, Kommunikation oder Medizintechnik, sind österreichische Unternehmen in der Entwicklung und Herstellung von IKT-Produkten maßgeblich beteiligt.