Wartezeiten signifikant verbessert
Das e-Medikations-Pilotprojekt in der Region Deutschlandsberg nimmt Fahrt auf. Eduard Schebesta, Sprecher der Industrieplattform Medizinsoftwarehersteller im Fachverband Elektro-und Elektronikindustrie (FEEI), ist mit der Startphase zufrieden: „In den vergangenen Tagen habe ich mit einem Großteil der an dem Pilotprojekt beteiligten Arztsoftwareherstellern gesprochen und einhellig positive Aussagen erhalten“, so Schebesta. Die von den Ärzten – zu Recht – beanstandeten Wartezeiten konnten durch Verbesserungen in der Arztsoftwareschnittstelle zu ELGA deutlich unter ein bis zwei Sekunden gesenkt werden.
Bei einem komplexen Pionierprojekt wie ELGA gibt es stets Verbesserungspotenzial, sowohl in den Arztsoftwareprodukten als auch im Bereich der ELGA, räumt Gerhard Stimac, Geschäftsführer der INNOMED GmbH und CGM Arztsysteme Österreich GmbH, ein. Stimac hat in der Pilotregion die meisten Ärzte ausgestattet. „Positiv ist die tadellose Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Ordinationen und den Softwareanbietern zu erwähnen.“
Die Learnings aus der Testphase eins in Deutschlandsberg fließen in den Rollout für ganz Österreich ein. Bis Ende September ist nun noch Zeit, die Softwareprodukte serienreif und damit die Anwendung und die Bearbeitungszeiten für die Ärzte einfacher zu machen.
Keine Verzögerung in der täglichen Routine
„Entgegen vereinzelten Erfahrungen beobachten wir bereits jetzt, dass bei optimaler Integration der e-Medikation-Funktionen in die Arzt-und Apotheken-Software es zu praktisch keiner Mehrarbeit und Zeitverzögerung in der täglichen Routine kommt“, weist Schebesta hin und bezieht sich dabei auf Gespräche mit vielen Branchenkollegen.
„Die gesamte e-Health-Branche arbeitet seit mehreren Jahren an der Umsetzung des ambitionierten Projekts, um Verbesserung in der Patientensicherheit und -versorgung zu erzielen“, so Manfred Müllner, stellvertretender Geschäftsführer des FEEI. Die e-Medikation ist eine Datenbank, in der von Ärzten verordnete bzw. von Apotheken abgegebene Medikamente und wechselwirkungsrelevante, nicht-rezeptpflichtige Arzneimittel gespeichert werden.
Mit der e-Medikation erhalten Mediziner, Apotheken sowie Krankenanstalten und Pflegeorganisationen einen Überblick über verordnete und in Apotheken abgegebene Arzneimittel einer Patientin bzw. eines Patienten. Dabei werden die Daten strukturiert in Form einer e-Medikationsliste (offene Verordnungen, erfolgte Abgaben) dargestellt. Mit diesen Informationen ist eine weiterführende (elektronische) Prüfung auf potenzielle Wechselwirkungen und Überdosierungen möglich, wodurch die Patientensicherheit erhöht wird.
Nach Branchenschätzungen entstehen mehr als drei Viertel der ELGA-relevanten Daten im extramuralen Bereich. Über den Erfolg oder Misserfolg von ELGA entscheidet daher, zu welchem Grad die ELGA-Software bei Ärzten, Radiologen, Labors und Apotheken implementiert wird.
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